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Breastfeeding Dads

Warum sich Männer in Indonesien gegen Milchpulverkonzerne engagieren.

Die Breastfeeding Dads, wie sich die jungen Männer des indonesischen Netzwerks AyahASI auch nennen, haben viel Spaß bei ihrer Arbeit. Sie setzen sich dafür ein, dass in Indonesien mehr Mütter stillen. Väter für mehr Muttermilch – das klingt lustig, ist aber ein todernstes Thema. Weil Großkonzerne Hebammen und Krankenhäuser bestechen, damit diese den Müttern ihr Milchpulver empfehlen und vom Stillen abraten, sterben in Indonesien jedes Jahr rund 30.000 Neugeborene. Denn in ländlichen Gebieten ist das Wasser, mit dem das Pulver angerührt werden muss, oft nicht sauber. Die Breastfeeding Dads konzentrieren sich auf die Vorteile des Stillens und kommunizieren diese zielgruppenadäquat: „Wer sechs Monate stillt, hat genug Geld für ein iPhone gespart!“ – um nur einen Vorteil des Stillens zu nennen, der Männern gefallen wird.

Diese etwas andere Perspektive hat den Breastfeeding Dads zwischenzeitlich über 125.000 Follower auf Twitter beschert. Die Breastfeeding Dads haben kein Büro. Sie haben keinen Chef. Sie haben kaum Geld. Aber sie haben Twitter. Und über 50 besonders engangierte Väter, die in 21 Städten Indonesiens täglich zwischen 50 und 300 Fragen von verunsicherten Eltern beantworten –ehrenamtlich und zwischendurch mit dem Smartphone. Das Gezwitscher auf Twitter ist so laut, dass die indonesische Regierung das Thema auf ihre Agenda geholt hat. Und wenn es mit den Breastfeeding Dads so weitergeht, summieren sich die Abertausenden stichelnden Tweets zum Dolchstoß für die Milchpulverkonzerne.

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