©flickr / Jim Fruchterman

Digital Divide Data

Arbeit auslagern und damit sozialen Wert schaffen.

Als Computer-Consultant Jeremy Hockenstein 2001 Kambodscha besuchte, war er von der Armut im Land erschüttert. Gleichzeitig waren die jungen Menschen, denen er begegnete, ambitioniert, schnell im Umgang mit Computern und wissbegierig. Es gab zwar zahlreiche Internetcafés und auch Computerkurse, doch die Möglichkeiten für junge Menschen, ihre Fähigkeiten wirklich zu nutzen, waren begrenzt.

Beeindruckt vom immer beliebteren Auslagern von Geschäftsprozessen nach Indien, arbeitete Hockenstein mit einer kleinen Gruppe von Freunden daran, ein neues Modell für das Outsourcing mit gesellschaftlicher Wirkung, genannt Digital Divide Data (DDD), zu entwickeln. Angefangen in Kambodscha und Laos, hat DDD ein neues Modell für Großkunden in Industrieländern geschaffen, um Arbeit am Computer von jungen intelligenten und kompetenten Menschen in Entwicklungsländern übernehmen zu lassen.

DDD unterstützt Studenten finanziell im Studium, und bildet sie für die Arbeit für große Geschäftskunden wie Siemens, die Universität Stanford, Unicef und Benetech aus. Die jungen Menschen lernen wichtiges Know-How und können ihr Einkommen erhöhen: üblicherweise steigen ihre Löhne um das Vierfache, wenn sie anfangen für DDD zu arbeiten. Kunden aus Industrieländern können die Arbeit auslagern und sicher sein, dass es nicht nur dem wirtschaftlichen Zwecke dient, sondern dass sie durch das ‘Impact Outsourcing'-Konzept auch langfristigen sozialen Wert schaffen.

DDD hat inzwischen über 2.000 Menschen in Kambodscha, Laos und Kenia beschäftigt (Stand: 2014). Viele von ihnen erzählen bewegende Geschichten, die verdeutlichen, inwieweit die Organisation für sie neue Möglichkeiten eröffnet hat, ihren Lebensstandard zu verbessern. Metta Tuippawong ist ein gutes Beispiel: Sie wurde in Nordlaos geboren und erkrankte an Kinderlähmung, wodurch ihre Beine die Funktionsfähigkeit verloren. Der einzige Ort, an dem sie behandelt werden konnte, war Laos’ Hauptstadt Vientiane. Sie glaubte immer von ihren Eltern abhängig zu sein, weil sie nicht beweglich genug war, um Arbeit zu finden. Aber dann wurde sie auf DDD aufmerksam, die sie zur Uni schickten und sie als Call-Center Mitarbeiterin ausbildeten. 2013, fünfeinhalb Jahre später, war sie bereits Ausbildungs- und Entwicklungskoordinatorin für Geschäftstätigkeiten von DDD in Laos, und leitete ein kleines Team von Mitarbeitern.

Diesen Case haben wir im Social Tech Guide entdeckt. Übersetzt aus dem Englischen hat ihn freundlicherweise unsere Zeitspenderin Kristin Mehner.

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digitaldividedata.com

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