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Globein

Ein lebendiger Kunsthandwerkatlas wirbt für lokale Produkte und vertreibt sie weltweit.

GlobeIn ist ein Online-Marktplatz für Kunsthandwerkschaffende, die kein Englisch sprechen und weder über einen Internetzugang, noch ein Bankkonto verfügen. Ein Netzwerk von Scouts sucht weltweit nach außergewöhnlichen Kunsthandwerkern, erstellt Profile, fotografiert ihre Waren und stellt Kontakt zu lokalen Händlern her. Diese kümmern sich dann um den Versand und die Bezahlung für die verkauften Objekte.

Die Website wurde im Februar 2013 gelauncht und unterstützte im April 2015 bereits 238 Hersteller in 29 Ländern. Angeboten werden vor allem besondere Waren: Die Vielfalt reicht von Schmuck aus alten Kugeln und Kanonenhüllen von Craftworks Combodia in Kambodscha bis hin zu Musikinstrumenten aus Seewolfhaut von Uzbek Craftspeople in Usbekistan. Gerade startet eine umfassende Marketingkampagne, die Konsumenten ansprechen, den Kontakt zu den Herstellern und die Zusammenarbeit mit Organisationen, die ähnliche Dienste anbieten, fördern soll.

Die Gründer betonen, dass für sie die User Experience sehr wichtig ist. Sie möchten mehr sein, als eine gewöhnliche Vertriebsplattform – sie laden nicht nur zum Kauf der Produkte ein, sondern bieten Nutzern die Möglichkeit, selbst während ihren Reisen aktiv zu werden: Sie können handgefertigte Waren, die sie entdecken, nominieren und sie so einem größeren Publikum zugänglich machen.

Die Projektidee entstand während einer Reise von Geschäftsführerin Anastasia Miron. Sie hat handgefertigte Objekte aus Mexiko über eBay angeboten, um zu testen, ob sie dort verkäuflich sind.

„Sie stellte fest, dass es funktioniert“, sagt Mitgründer und Geschäftsführer Vladimir Ermakov. „Die Leute waren sehr interessiert, diese handgefertigten Produkte zu kaufen. Die Kunsthandwerker waren sehr glücklich – der Vertrieb funktionierte.“ Er vergleicht es mit kultureller Kommunikationsarbeit: „Viele der Kunsthandwerker auf unserem Online-Marktplatz wären normalerweise nicht im Internet. Sie wissen meist nicht einmal, was das Internet ist“, sagt er. „Man kann von allen Erdteilen der Welt etwas über das kulturtypische Handwerk erfahren, welche Traditionen gepflegt werden und welche neuen Kunstformen sich entwickeln. Da wir die Geschichten hinter den kreativen Händen erzählen, entsteht gleichzeitig ein lebendiger Kunsthandwerkatlas.“

Diesen Case haben wir im Social Tech Guide entdeckt. Aus dem Englischen übersetzt hat ihn freundlicherweise unsere Zeitspenderin Pia Hannappel.

© flickr / youngandwithit

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globein.com

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