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Dieses Projekt wirbt für eine sinnvolle Verwendung von Spenden für Obdachlose.

Wer schon einmal von einem obdachlosen Menschen auf der Straße um Geld gebeten worden ist, der kennt sie wahrscheinlich – die Unsicherheit, ob eine Spende nicht doch für Drogen oder Alkohol anstatt für Essen, Kleidung oder Unterkunft ausgegeben wird. Das Projekt HandUp aus San Francisco möchte diese Hemmschwelle beseitigen, indem es eine sinnvolle Verwendung von Spenden garantiert. Gründerin Rose Broome richtet sich mit ihrer Plattform an Menschen, die notleidenden Menschen gerne Geld geben würden, ohne sich jedoch über den Verbleib ihrer Spende sorgen zu müssen. Der Bedarf ist groß: Allein in der kalifornischen Metropole leben rund 6.500 Menschen auf der Straße.

Obdachlose und andere notleidende Menschen können auf der Website von HandUp ein Profil einrichten, mit dem sie ihre persönliche Geschichte schildern und beschreiben können, wofür sie konkret Geld benötigen – etwa einen Wintermantel oder ein neues Paar Schuhe. Hierbei werden sie von verschiedenen sozialen Trägern unterstützt, mit denen HandUp zusammenarbeitet. Anstatt nun auf der Straße um Geld zu betteln, können die Betroffenen ihr Anliegen mithilfe von Flyern bewerben, auf denen auch ein entsprechender Link zu ihrem Profil abgedruckt ist. Potentielle SpenderInnen können sich so über die Betroffenen informieren und über die Plattform für ein konkretes Bedürfnis spenden - auch schon unterwegs, einfach mit ihrem Smartphone. Wenn die benötigte Summe zusammen gekommen ist, können die Obdachlosen ihr Guthaben direkt bei ausgewählten Dienstleistern und Geschäften einlösen. Alternativ können die Spenden dafür genutzt werden, um online einzukaufen. Auch dies wird in Zusammenarbeit mit sozialen Trägern ermöglicht.

Das Modell von HandUp eröffnet den Betroffenen ein Gefühl von Teilhabe und bindet sie in ein Unterstützungsnetzwerk ein. Fachleute zeigen sich daher sehr angetan von dem Projekt. Kara Zordel ist die Leiterin des bereits seit zehn Jahre laufenden Project Homeless Connect, das – ebenfalls in San Francisco – obdachlose Menschen mit medizinischer Versorgung und Beratungsinstanzen zusammenbringt. Sie ist von HandUp begeistert: “Das größte Problem dabei, jemandem auf der Straße Geld zu geben, ist doch, dass Betroffene keinen Anlass haben, die Spende auch wirklich dafür einzusetzen, ihre Situation zu verbessern.”

HandUp ist 2013 gestartet und wird als Sozialunternehmen geführt: Die Spenden kommen zu 100 Prozent den Betroffenen zugute – es besteht jedoch die Möglichkeit, zusätzlich einen Beitrag zu den Betriebskosten der Plattform zu leisten. Gründerin und Geschäftsführerein Rose Broome verfolgt dabei den Plan, das Projekt zu skalieren und in die Gewinnzone zu überführen. In den USA werden jährlich rund 26 Mrd. US-Dollar allein an Obdachlosenunterkünfte und Essenausgabestellen gespendet. Rose Broome sieht in dieser gewaltigen Summe ein Marktpotenzial, in dem sie mit HandUp Hemmschwellen beseitig und es ermöglicht, Obdachlosen zielgerichtete Spenden zukommen zu lassen – mit einem einfachen Tippen auf dem Smartphone-Display.

Diesen Case haben wir im Social Tech Guide entdeckt. Übersetzt aus dem Englischen hat ihn freundlicherweise unser Zeitspender Alexander von Freeden.

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