© flickr / cogdog

Iqraaly

Verschwendete Zeit beim Pendeln doch gut nutzen.

Die Idee zu Iqraaly entstand Ende 2010, als der gelernte Informatiker Abdelrahman Wahba seine Liebe zu englischsprachigen Hörbüchern entdeckte. Die vertrieben ihm die Zeit auf den langen Pendelfahrten durch Kairo. Gemeinsam mit zwei Freunden gründeten sie Iqraaly um ägyptischen Pendlern, Hausfrauen, aber auch Blinden, einen einfachen Zugang zu aktuellen Artikeln und Nachrichten zu ermöglichen. Anders als die Kost der regierungsnahen Medien, insbesondere des Radios, sollten die Artikel ein breites Meinungsspektrum abdecken und mehr arabischsprachige Inhalte der Bevölkerung zugänglich machen. Mittlerweile bietet Iqraaly auch ganze Hörbücher an.

Nachdem sie einen lokalen Investor gefunden hatten, konnten sie den Service als kostenlose Apps zur Verfügung stellen. Diese wurden bis 2015 über 250.000 mal heruntergeladen. Das 22-Mitarbeiter starke Unternehmen produziert monatlich um die 5.000-8.000 Minuten Inhalte, die regelmäßig von 2 Millionen Menschen gehört werden. Die gute Verbreitung seiner Dienstleistung verdankt Iqraaly einem guten Marketing und erfolgreichen Google Ads, Facebook und Twitter-Kampagnen. Zudem trifft das Angebot im Verkehrsintensiven Kairo auf gute Nachfrage. Eine weitere wichtige Zielgruppe sind die ca. 1. Millionen sehbehinderten Ägypter (mit dem nationalen Blindenverband arbeitet Iqraaly zusammen). Allerdings sind ägyptische Nutzer (noch) nicht bereit dafür auch zu zahlen.

Dementsprechend schwierig gestaltet sich die Finanzierung der Plattform; zwar ist Iqraaly eines der wenigen ägyptischen digital-sozial Unternehmen, die schon die dritte Finanzierungsrunde geschafft haben, aber ein nachhaltiges Geschäftsmodell ist noch nicht absehbar. Der Versuch mit Audio-Werbung Geld zu verdienen, spielt jedenfalls noch nicht genügend Einnahmen in die Kasse.

Diesen Case haben wir auf unserer Forschungsreise Lab Around the World entdeckt.

©flickr / bleed

©flickr / bleed

iqraaly.com

iqraaly.com

Bildung für alle

Online-Lernangebote mischen den Bildungssektor auf – und bringen enormes soziales Potential mit sich.

Zum Trend
Alle Trends