Ishinomaki Tsunami AR

Diese App lässt den Nutzer mit Augmented Reality erschaudern: Man watet durch die vom Tsunami 2013 schwer getroffene Stadt Ishinomaki in Japan und erlebt das Ausmaß der Zerstörung quasi live mit.

Als ich während der Forschungsreise des betterplace lab im April 2014 durch die Kleinstadt Ishinomaki spaziert bin, schien die Sonne. Die Lage war ruhig. Ich war in Sicherheit.

Trotzdem erschauderte ich, als ich auf mein Handy guckte: Dort, wo ich stand, vor der Monroe Bar, war der Wasserstandspegel im März 2011, kurz nach dem Tsunami, auf 2,20 Meter Höhe. Selbst hier, mitten in der Stadt und weit entfernt von der Küste, wäre ich wohl ertrunken.

Das hat mich die App Ishinomaki Tsunami AR eindringlich fühlen lassen. Mit dieser App kann man durch die Stadt gehen und die Kamera seines Smartphones in die Gegend halten. Auf das Bild der Kamera wird dann der damalige Wasserstandpegel projiziert (s. Foto unten).

Auch sehr intensiv: Man kann die Kamera auf das berühmte Manga-Museum halten und stufenlos Fotos von damals von der Zerstörung überblenden (hier stand das Wasser 5,6 Meter hoch). Hier kann man außerdem berühmte Künstler Japans "zuschalten", die aufmunternde Worte sprechen, wenn man sich dem Museum nähert. Und über eine Kartenfunktion bekommt man einen Überblick, was zerstört und wie wieder aufgebaut wurde.

Insgesamt ist die App mit ihren drei Funktionen sehr schlank und setzt die verschiedenen Technologien genau dort ein, wo sie am intensivsten wirken. Augmented Reality hat hier abseits des Hypes eine beeindruckend sinnvolle Verwendung gefunden.

http://ishinomaki-support.com

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