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Nano Ganesh

Wie ein Inder durch ferngesteuerte Wasserpumpen die Arbeit tausender Kleinbauern erleichtert.

Der Zugang zu Strom und Wasser ist ein großes Problem für indische Kleinbauern. Weil der Strom oft ausfällt, müssen sie manchmal sogar nachts raus, um ihre Wasserpumpen wieder anzustellen. Andererseits sollten sie auch nicht die ganze Nacht laufen, denn dann gehen Unmengen an kostbarem Wasser verloren und die Böden verlieren durch die Überschwemmung wichtige Nährstoffe. Der Inder Santosh Ostwal hat sich daher auf die Suche nach einer Möglichkeit gemacht, die Pumpen aus der Ferne zu steuern. So wollte er seinem Großvater wenigstens die nächtlichen Fußmärsche ersparen. Zwanzig Jahre ist das nun her, und Ostwal hat es geschafft. Der heute 49-jährige Ingenieur zückt sein Handy, wählt eine Nummer, gibt einen Code ein, und in der Ferne geht eine Wasserpumpe an oder aus. Sie wird gesteuert durch Mobilfunk und ein kleines Kästchen, mit dem die Pumpe verbunden ist. Das Kästchen ist der Stromschalter, und er wird per Mobilfunk umgelegt. Nano Ganesh hat Ostwal seine Erfindung genannt: nach dem Elefantengott Ganesha, dem Gott des guten Gelingens, der Wissenschaft und der Händler. „Nano Ganesh ist eine ultramoderne Technologie, auf einfache und robuste Weise verpackt, um sie Bauern in entlegenen Gebieten überall in Indien anbieten zu können“, sagt er. Sein Großvater hat nichts mehr davon. Aber Tausende anderer Kleinbauern in Indien können von Nano Ganesh profitieren. 20.000 der Kästchen hat Ostwal bis 2014 schon verkauft – aber zig Millionen Wasserpumpen im Land laufen noch ohne Fernsteuerung.

Nach seinem Ingenieursstudium hat Ostwal viel Zeit investiert und sich auf die Suche nach der Möglichkeit von ferngesteuerten Pumpen gemacht. Zehn Jahre lang brauchte er, bis das erste Modell marktreif war. 2009 kam dann der Durchbruch. Ostwal bewarb sich beim Nokia Calling

All Innovators Award, einem Wettbewerb für technische Neuheiten auf der Basis von Mobiltelefonen – zunächst für die Region Asien und Pazifik, dann weltweit. In Barcelona, wo das Finale des Wettbewerbs 2009 ausgetragen wurde, stellte er sich auf die Bühne und schaltete mit seinem Handy eine Wasserpumpe in seinem Heimatort Pune an und wieder aus. Das Publikum jubelte. Ostwal gewann. In fast allen indischen Bundesstaaen gebe es schon Nano Ganesh-Pumpen. Derzeit verhandele er mit den Regierungen einiger Staaten, die den Einsatz der Pumpen durch Subventionen weiter fördern wollten. Auch mit einem Investor gebe es Gespräche.

Diesen Case haben wir auf unserer Forschungsreise Lab around the world entdeckt.

© flickr / michaelfoleyphotography

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© Nano Ganesh

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nanoganesh.com

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