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Nongxintong

Chinesischer SMS-Dienst, der Bauern und Händler landesweit zusammenbringt.

600 Millionen Kilo unverkaufte Kartoffeln. Vor diesem Problem standen 2012 chinesische Bauern in der Inneren Mongolei. Innerhalb weniger Tage wären diese verfault. Dank der mAgri-Anwendung „Nongxintong“ von China Mobile fanden die Farmer innerhalb weniger Tage 280 Käufer aus teilweise weit entfernten Regionen Chinas, die die Ware den Bauern abnahmen.

Der Service bringt Bauern und Händler zusammen, und versorgt seine Nutzer per SMS auch mit aktuellen Nachrichten, Wetterberichten, oder agrarpolitischen Maßnahmen der Regierung. Zusätzlich bietet China Mobile, in Zusammenarbeit mit dem chinesischen Agrarministerium, die Online-Plattform 12582 an. Die Plattform, in China auch bekannt als „Facebook for Farmers“, wurde 2010 gegründet und verschickte im Jahr 2013 täglich über 13 Millionen Nachrichten an über 40 Millionen registrierte Nutzer (Stand: 2012).

Der Dienst kostet im Monat umgerechnet ca. 0,30 Euro und gibt außerdem Tipps per SMS für erfolgreiches Landwirtschaften und Schädlingsbekämpfung oder Informationen über aktuelle Marktpreise. Für dessen Nutzung muss man einfach die Hotline 12582 kontaktieren. Auch Jobgesuche oder -angebote aus der Umgebung werden hier aufgelistet.

Jeder Nutzer hat sowohl die Möglichkeit seine Waren anzubieten, als auch Kaufgesuche zu inserieren. Zusätzlich können alle Nutzer persönliche Angaben machen, um so individuell zugeschnittene Informationen zu erhalten. 12582 ist Informationsdienst, Marktplatz und soziales Netzwerk für Bauern zugleich und überwindet damit viele Probleme, vor denen insbesondere Landwirte aus abgelegenen ländlichen Regionen Chinas stehen. Gleichzeitg hat es Potenzial auch andere Bereiche wie Gesundheitsversorgung, Bildung oder finanzielle Transaktionen abzudecken. In Indien, Bangladesh und Ghana gibt es bereits ähnliche erfolgreiche Projekte, die lokalen Bauern und Käufern den Handel auf diese Weise stark erleichtern.

mAgri: Bauern empowern!

Wer Handys sät, erntet SMS: Kleinbauern in armen Ländern verschaffen sich per Handy Zugang zu wichtigen Infos.

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