© flickr / catracalivre

Pimp my Carroca

Bunte Müllwagen gegen Ignoranz und soziale Ausgrenzung in Sao Paolo.

Wenn die Regierung ein Problem nicht sehen will, dann muss man es einfach besonders bunt anmalen. Das versucht zumindest der junge Straßenkünstler Thiago Mundano und sein Projekt Pimp My Carroca. Vor sieben Jahren hat er damit angefangen, fast 300 Wagen der Müllsammler in Sao Paulo zu gestalten, um auf deren Ausgrenzung und soziale Probleme aufmerksam zu machen. Die Carrocas sammeln über 90 Prozent des Mülls, eine mehr als notwendige Leistung für brasilianische Großstädte. Doch die Verwaltung will sich weder deren Problemen annehmen noch das Projekt unterstützen. Die Müllsammler leisten Schwarzarbeit und damit will sich niemand assoziieren. Mundano organisiert deshalb in den Straßen und auf Facebook und Twitter mit den bunt bemalten Müllwagen on- und offline Protestaktionen. Er finanziert das Projekt bisher komplett über die Online-Crowdfunding-Plattform Catarse. Gerade arbeitet er an einer App, die sowohl die verschiedenen Recycling-Punkte als auch die Müllsammler auf einer Karte darstellt.

Die Carrocas sollen dafür zukünftig GPS-fähige Smartphones bekommen. Allein für Sao Paulo braucht er 20.000 Stück und ungefähr 150.000 US-Dollar für die nächsten zwei Jahre für Kurse, Handys und die Weiterentwicklung der Plattform. Er sucht gerade nach Unterstützung – von Stiftungen beispielsweise –, aber will momentan auch unabhängig bleiben. Im Notfall heißt das, dass er einmal mehr seine Online-Unterstützer mobilisieren muss (Stand: 2014).

Diesen Case haben wir auf unserer Forschungsreise Lab around the world entdeckt.

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© Pimp my Carroca

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pimpmycarroca.com

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