http://slinto.com/us/

SLinto

Das weltweit erste "Wörterbuch" für Gebärdensprache!

Sprechen, Hören, Sprechen, Hören: So kommunizieren die meisten Menschen ihr Leben lang und entsprechend selbstverständlich. Taubstumme hingegen können mit Schallwellen nichts anfangen, also zeigen sie ihre Gedanken mit Gesten der Gebärdensprache. An sich kein Problem. Doch wie sieht die Gesten für Eigennamen wie "Coca Cola" oder "Macbook Air" aus?

„Weil Firmen nicht zeigen, wie sie oder ihre Produkte in Gebärdensprache heißen, müssen sich Gehörlose eine Geste ausdenken“, schildert der 27-jährige Junto Ohki das Problem. Der Japaner ist der Erfinder von SLinto.

Um die Kommunikation in der Gruppe der Gehörlosen, Stummen und Taubstummen zu vereinfachen, hat Junto Ohki das wohl erte Wörterbuch der Welt – nicht geschrieben, sondern programmiert. Gesten lassen sich ja schlecht aufschreiben. Aber sie lassen sich filmen!

Die Plattform SLinto funktioniert nach dem Wikipedia-Prinzip und ist daher offen für jeden. Filmt sich jemand mit seinem Vorschlag für die Geste „Macbook Air“, kommentieren andere die Idee oder laden eine eigene hoch. Die Gemeinschaft bewertet die Ideen, so daß sich schließlich demokratisch jene Gesten durchsetzen, welche die meisten Befürworter haben.

Auch für alltägliche Gesten laden die Leute Videos hoch, so dass das Verzeichnis immer weiter wächst. Die Videos sind eine wichtige Grundlage, um besser verstehen zu können, in welcher Region welche Gesten benutzt werden. Das führt nicht nur international zur besseren Verständigung – die Diskussionen und Abstimmungen um die Gesten vereinheitlichen die Gebärdensprache auch.

Ein weiterer innovativer Aspekt von SLinto: Man kann das Verzeichnis nach Gesten durchsuchen. Eine App mit der Tastatur nach der Bedeutung von „Guten Tag“ zu fragen, ist einfach. Aber mühsam wird es, wenn man herausfinden will, was es bedeutet, wenn jemand seine beiden Arme angewinkelt auf Brushöhe hält, alle Finger bis auf die Zeigefinger anwinkelt und dann die Zeigefinger mitting anwinkelt (als würde man auf den Auslöser von zwei Fotoapparaten drücken). Ein Computer wäre ob der Semantik überfordert bzw. braucht sehr genaue Angaben zu den Winkeln, Stellungen und Bewegungen und deren Richtungen der einzelnen Gliedmaßen, um heraufinden zu können, dass diese Geste „Guten Tag“ auf Japanisch heißt – zwei sich verbeugende Zeigefinger.

Junto hat deshalb eine Tastatur entworfen, auf der man schnell eintippen kann, wo sich vor dem Körper des Sprechenden die gesuchte Geste abspielt und welche Finger involviert sind. Nach solch einer Grobsuche bekommt man Video-Vorschläge, unter denen die gesuchte Geste schnell zu finden ist.

Warum nicht einfach die gesuchte Geste per Motion-Caption filmen und vom Rechner erkennen lassen? Technisch ist das möglich, aber nicht einfach. „Kamera und Software kosten um die 350 Euro“, sagt Junto, „und es entstehen große Datenmengen, die viel Bandbreite verbrauchen.“ In Zukunft werden Rechner die aufgenommenen Gesten direkt in gesprochene Sprache übersetzen. Doch bis Siri das kann, ist die Tastatur als Low-Tech-Lösung die bessere.

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Nischenpower

Der Long Tail Effekt sorgt dafür, dass sich auch spezielle Interessengruppen zusammenfinden.

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