Social Impact Measurement: Überzeugend die Wirkung eines sozialen Projektes nachweisen

Diese Analyse zeigt Dir, wie einfach Wirkungsmessung sein kann. Und warum sich der Aufwand lohnt.

Egal ob NGO, Sozialunternehmen oder Initiative: Wer soziale oder ökologische Projekte umsetzt, möchte die Welt verbessern. Man setzt sich große oder kleine Ziele, möchte Malaria ausrotten oder mit einem Jugendzentrum Kindern in der Nachbarschaft helfen.
Doch manchmal ist es schwierig, sein Ziel im Auge zu behalten. Wie viel Zeit verbringt man tatsächlich mit der Arbeit für seine Zielgruppe, wie viel mit der Suche nach einem neuen Büro oder mit Fundraising? Noch wichtiger: Verbessert man mit seinem sozialen Tun tatsächlich die Welt so wie geplant und wenn ja, wie genau?

Antworten auf diese Fragen, die sich jedes soziale Projekt stellen sollte, liefert die soziale Wirkungsmessung, auch Social Impact Measurement (SIM) genannt. Mit dieser Analyse über SIM lernen Du und Dein Projektteam, die Wirkungszusammenhänge eures Projektes zu verstehen, ihr könnt eure Arbeit entsprechend verbessern und schließlich Mitarbeiter, Geldgeber und Spender davon überzeugen, wie ihr nachweislich die Welt verbesserst. 

Wer sich für soziale Zwecke engagiert, möchte umso sicherer sein, dass seine Handlungen auch tatsächlich die gewünschten sozialen Effekte haben. Social Impact Measurement hilft dabei, diese Effekte nachzuweisen. Social Impact Measurement bedeutet, die gesellschaftlichen Folgen der eigenen Projekt-, Unternehmens- oder Organisationsarbeit zu erfassen und anhand der eigenen Ziele zu überprüfen. Mit SIM könnt ihr die Wirkungen eures Handelns besser verstehen und versteckte Potentiale ausschöpfen.

Wirkungsmessung funktioniert im Dreischritt:

1. Formuliert die Zielsetzung eurer Arbeit so klar, konkret und bindend wie möglich.

2. Entwickelt eine Wirkungsstrategie in Form einer Wirkungskette: Fragt euch, was ihr konkret tut, was dieses Tun bewirken soll und was es tatsächlich bringt. Und: Wie sind diese drei Schritte miteinander verbunden?

3. Überprüft eure Wirkungsstrategie mit Daten, um aus den eigenen Erfolgen (und Fehlern) zu lernen, nachzusteuern und künftig noch besser die Welt zu verbessern.

1. Zielsetzung formulieren

Ohne konkrete Ziele keine Wirkungsmessung. Ziele machen aus einzelnen Aktivitäten ein sinnvolles Ganzes. Dabei hat es sich bewährt, zunächst ganz groß zu denken: Hinter der Arbeit im sozialen Bereich steht der Traum, ein bestimmtes gesellschaftliches Problem zu lösen. Wir wünschen uns eine Gesellschaft ohne Fremdenhass, schnelle Hilfe für Menschen in Not und wollen den Hunger auf der Welt beseitigen. Diese Visionen treiben uns an. Aber sie sind meist ein zu dicker Brocken, um sie im Alleingang verwirklichen zu können. Die besten Visionen sind mutig und ein bisschen größenwahnsinnig. Das macht sie zu starken und relativ weit entfernten Fixsternen, und gleichzeitig zu schlechten Wegweisern im Alltag. Weil Visionen aber unerlässlich sind, um eurem Projekt dauerhaft einen Sinn zu geben: Formuliert die Vision eures Projektes!

Die Mission liegt eine Ebene unter der Vision, sie macht die Vision greifbar. Welchen konkreten Beitrag soll euer Projekt zu welchem gesellschaftlichen Problem leisten? Fremdenhass lässt sich mit Bildungsprogrammen für Jugendliche bekämpfen. Oder sorgt eure Organisation für die medizinische Erstversorgung von Katastrophenopfern, um Menschen in Not zu helfen? Mit eurer Mission erklärt ihr, wir ihr eure Vision konkret verwirklichen wollt.

Auf unterster und konkretester Ebene stehen die die operativen Ziele. Diese Ziele haben einen klaren Zeithorizont und sind nah dran an euren Aktivitäten. Sie schlagen die Brücke vom Tun zur Mission, sie zeigen, wie ihr eure Mission in Eurem Projekt umsetzt. Welche Effekte soll euer Tun in eurem gesellschaftlichen Wirkungsfeld haben? Seid realistisch: Was könnt ihr mit euren Ressourcen leisten? Antworten bzw. operative Ziele können zum Beispiel so klingen: Wir wollen den Anteil von Erstwähler-Stimmen für die NPD bei der nächsten Bundestagswahl um 5% senken. Oder: Wir wollen in den nächsten beiden Jahren das logistische Netzwerk zur medizinischen Notversorgung in Nepal soweit stärken, dass Erdbebenopfer innerhalb von 48h Unterstützung bekommen.

Wenn ihr Vision, Mission und Wirkungsziele so formuliert habt, dass alle, die an eurer Arbeit mitwirken, sich damit identifizieren könne, liegen wahrscheinlich einige Stunden intensiver Diskussionen hinter euch. Stunden, die sich lohnen. Denn damit habt ihr die erste Hälfte des Wegs zur strategischen Wirkungsmessung schon geschafft.

2. Die Wirkungskette: Aktivitäten, Wirkung und Ziele
Beispiel: Die Wirkungskette von “BesserFahren gegen SMS am Steuer”

Beispiel: Die Wirkungskette von “BesserFahren gegen SMS am Steuer”

Erreicht ihr nun tatsächlich das, was ihr euch vorgenommen habt? Um diese Frage beantworten zu können, ist es wichtig, Aktivitäten von Wirkungen zu unterscheiden. Ein Workshop, eine Publikation oder eine Veranstaltung sind Aktivitäten. Aber haben die Teilnehmer der Workshops etwas gelernt und verhalten sich jetzt anders als vorher? Diese Verhaltensänderung ist die Wirkung der Aktivität. Und verläuft die Verhaltensänderung nach eurem Plan? Nur wenn eine Aktivität dazu beiträgt, eure Ziele zu verwirklichen und auf eure Mission einzahlt, seid ihr damit auf Kurs.

Die Verbindungen zwischen Aktivität, Wirkung und Zielen könnt ihr mit einer Wirkungskette, auch Impact Value Chain genannt, sichtbar machen. Die Wirkungskette zeigt, wie alle Aktivitäten, Produkte, Services und Investitionen mit dem übergeordneten Ziel verbunden sind und im Idealfall dort hin führen. Bei der Wirkungskette unterscheidet man zwischen Input, Output und Impact.

Input ist alles, was man in das Projekt steckt, damit es läuft: zum Beispiel die eigene Arbeitszeit und die der Freiwilligen, Geld für Materialien und Arbeitsräume.

Output sind alle direkten Aktivitäten, Produkte und Services eines Projektes, zum Beispiel Workshops, Publikationen oder eine App.

Impact sind die direkten und indirekten Folgen für die eigenen Zielgruppen und für die Gesellschaft als Ganze, beispielsweise ein fester Job für einen arbeitslosen Jugendlichen, der in einem Arbeitsvermittlungsprogramm teilgenommen hat.

Stellt eine Wirkungskette auf, wenn ihr Aktivitäten plant. Die Wirkungkette ist zunächst eine theoretische Annahme, mit der ihr Kosten und Nutzen in Relation setzen könnt. So bekommt ihr schon früh einen Überblick, ob die geplanten Aktivitäten sinnvoll ineinander greifen, und wie wahrscheinlich welche Wirkung ist. Auch für laufende Projekte lohnt die Mühe einer Wirkungskette.

Der gemeinnützige Verein BesserFahren träumt von deutschen Straßen ohne Verkehrstote (Vision). Er setzt dafür beim Autofahrer an und hat es sich zur Mission gemacht, Bewusstsein für Risiken zu schaffen und damit das Fahrerverhalten sicherer zu gestalten. In den nächsten beiden Jahren soll der Fokus der Vereinsaktivität auf jungen Fahrern und Technologienutzung am Steuer liegen. So will BesserFahren die landesweite Unfallquote bei dieser Zielgruppe um 20% senken.

Aufgrund aktueller Studien, die einen Zusammenhang zwischen Autounfällen und SMS am Steuer herstellen, hat sich BesserFahren für ein Projekt zu diesem Thema entschieden. Dazu verwirklicht der Verein eine Flyerkampagne, lädt junge Autofahrer zu Workshops ein und entwickelt eine App, bei der man spielerisch die Gefahren von SMS am Steuer erleben kann (Output) – um die Menschen für die Gefahr zu sensibilisieren und anzuregen, das Handy am Steuer wegzulegen (Impact).

Dem gegenüber steht der Input:  Räume und Berater für die Workshops, Mitarbeiter und Druckkosten für die Flyer, Entwickler für die App und vieles mehr. Mit Blick auf die Wirkungskette hat BesserFahren einen geplanten Flashmob in den Fußgängerzonen deutscher Großstädte wieder aus der Aktivtätenliste gestrichen – die Freiwilligen erreichen beim Flyerverteilen die Zielgruppe dann doch direkter und mit weniger Zeiteinsatz, und können dazu noch in den Dialog mit ihnen gehen.

3. Daten erheben, Annahmen überprüfen, besser weitermachen
 

Noch ist die Wirkungskette eine Annahme. Spannend wird es, wenn sich das Projekt mit Leben füllt und sich Annahme und Wirklichkeit gegenüberstehen. Doch wie nahe liegen sie beieinander? In der Antwort auf diese Frage liegt der Zauber der Wirkungsmessung.


Um diesen Zauber erleben zu können, sollte der in der Wirkungskette formulierte Impact der einzelnen Aktivitäten an Indikatoren geknüpft sein. Indikatoren, auch Key Performance Indicators (KPIs) genannt, sind die Zahlen oder Fakten, anhand derer man messen kann, ob das Ziel erreicht wurde. In Indikator bei BesserFahren ist etwa, dass es 20% weniger Verkehrsunfälle mit jungen Fahrern und der Unfallursache SMS am Steuer gibt. Aber auch, dass die Workshopteilnehmer und App-Spieler die Gefahr von SMS am Steuer nach ihrem Kontakt mit dem Projekt höher einschätzen als zuvor.


Man unterscheidet zwischen quantitativen und qualitativen Daten. Quantitative Daten sind Zahlen wie beispielsweise 100 Menschen, 30 Workshops oder Unfallstatistiken, die BesserFahren von der Polizei erhält. Qualitative Daten sind nicht numerisch zu erfassen und lassen sich nicht so gut analysieren, sagen aber mehr über die tatsächliche Wirkung aus. Qualitativ ist beispielsweise die Geschichte einer Frau, die nach dem Spielen mit der App ihr Handy im Auto immer weglegt oder eine veränderte Meinung zu einem politischen Thema. Manchmal lassen sich qualitative Daten auch ins Quantitative übersetzen, etwa wenn man die Teilnehmer von Workshops vorher und nachher befragt und ihre Zustimmung zu Aussagen auf einer Skala von 1 bis 10 ankreuzen lässt. Der Durchschinittswert ist dann numerisch, obwohl es um die persönlichen Meinungen von Menschen geht.

Welche Daten man sammelt und wie oft – kontinuierlich, in regelmäßigem Turnus, zum Start und Ende des Projekts – hängt von der Wirkungskette, dem angestrebten Impact und den Indikatoren ab. Eine wichtige Rolle spielen auch die Kapazitäten im Projekt-Team. Die Wirkungsmessung soll Mehrwert bringen und nicht überlasten. Fragebögen, die unausgewertet liegen bleiben, sind nutzlos. Fragt euch daher schon bei den Indikatoren, was ihr schaffen könnt und wollt, was ihr automatisieren oder ohne großen Aufwand mitlaufen lassen könnt, und wo ihr wertvolle Daten über euer Wirkungsfeld von anderen bekommen könnt.

Dass sich Lücken auftun zwischen Gewolltem und Erreichtem ist ganz normal. Nutzt die Lücken als Chance, im nächsten Jahr oder nächsten Projekt eure Arbeit besser zu machen. Und freut euch: Ihr gehört mit der Transparenz eures Tuns zu den Pionieren derjenigen, die wissen wollen, was in der Blackbox zwischen Tun und Wirken steckt, und seid damit auf dem Weg zur besseren Welt ein gutes Stück voraus.

Lohnt sich Wirkungsmessung für mich?
Die Phineo Studie (2015) "Wirkungsorientierte Steuerung von Non-Profit-Organisationen" (PDF, 2.7 mb) befragt 83 deutsche NGOs zu ihrem Blick auf das Thema Wirkungsmessung.

Die Phineo Studie (2015) "Wirkungsorientierte Steuerung von Non-Profit-Organisationen" (PDF, 2.7 mb) befragt 83 deutsche NGOs zu ihrem Blick auf das Thema Wirkungsmessung.

 

Wirkungsmessung ist kein ganz leichtes Unterfangen. Sie bedeutet Mehraufwand und steht in Konkurrenz zur eigentlichen Projektarbeit. Auch, dass viele soziale Initiativen unterfinanziert arbeiten und auf ehrenamtlichem Engagement beruhen, verkleinert den zeitlichen Spielraum für Wirkungsmessung.

Doch es lohnt sich: Mit sozialer Wirkungsmessung investiert ihr in die Qualität euer Projektarbeit und in die Zukunft euer Organisation. Wenn ihr fünf Prozent der Arbeitszeit in die Formulierung von Zielen, Wirkungsketten und Analysen steckt und damit das Projekt 20 Prozent effektiver macht, habt ihr und eure Vision am Ende viel gewonnen. Diese 20 Prozent können 100 mehr junge Menschen mit einem Ausbildungsplatz sein oder tausende Kinder, die nicht an Malaria erkranken!

Wie Wirkungsmessung wirkt
 

In der Öffentlichkeitsarbeit

Zwar sehen es einige Spender und Förderer nicht gern, wenn neben der eigentlichen Projektarbeit  zusätzlicher Aufwand für so etwas wie Wirkungsmessung betrieben wird – wahrscheinlich, weil sie diesbezüglich noch unwissend sind. Doch am Ende wird Wirkungsmessung auf für sie eine Erfolgsgeschichte. Mit klarer Zielsetzung und Strategie wird dann umso deutlicher sichtbar, welche gesellschaftliche Wirkung eure Organisation mit den gesammelten Mitteln geleistet hat. Mit der Klarheit, die euch Zielformulierung, Wirkungskette und KPIs verschaffen, seid ihr noch überzeugender.


Die Datenauswertung lässt die Stärken eurer Arbeit zu Tage treten und ist die Grundlage guter, auf Fakten basierender Botschaften. Das werdet ihr auch der Öffentlichkeitsarbeit spüren. Gebt euren Beteiligten bzw. Stakeholdern einen Ausblick auf das, was ihr als nächstes vorhabt. Zeigt, wie ihr noch besser werden wollt. Die Ergebnisse der Wirkungsmessung liefern die Argumente dafür. Nicht umsonst verlangen immer mehr Geldgeber nach dieser ergebnisorientierten Kommunikation, denn sie legitimiert am Ende die Investition ins Gute.

Im Team

Wer sich Fragen stellt wie “Was verändert meine Arbeit tatsächlich in der Welt?” oder “Wie kann ich meine Arbeit effizienter und effektiver gestalten?” – für den lohnt sich Wirkungsmessung auch für die interne Kommunikation. Sie hilft einem, einerseits zu erkennen, was an einem Projekt wirklich funktioniert, und das ist ein guter Motivator und Antreiber für die eigene Arbeit. Andererseits werden auch die Schwachstellen sichtbar, so dass man für die Zukunft lernen und nachbessern kann. Das funktioniert aber nur, wenn die Menschen in der Organisation offen sind für Kritik und Veränderungen. Führen negative Ergebnisse einer Wirkungsanalyse nur zu Schuldzuweisungen und Ausreden, statt zu offenem Diskurs und neuen Ansätzen, machen sie nur schlechte Laune und wenig Sinn.


Kaum ein Wirkungs-Workshop vergeht ohne Aha-Momente, und aus den Anpassungen und Erfolgen entsteht neue Energie. Eine gut geölte Wirkungsanalyse sorgt auch dafür, dass Ihr euch stets sicher sein könnt, wofür ihr kämpft, was ihr erreicht, und wie ihr euch weiter verbessern könnt. Aus “Angeln im Trüben” wird per Wirkungsmessung ein bewusster Prozess, den ihr selbst in der Hand habt und steuert.

Wirkungsmessung als To-Do-Liste

Strategisch planen:

- Personal: Wer kümmert sich um die Wirkungsmessung?

- Zeitbudget: Wie viel Arbeitszeit wenden wir dafür auf?

- Input: Gibt es Bildungsangebote, die wir nutzen können oder Vorlagen?

- Zeitrahmen: Wann beginnen wir, und wie lange läuft die Evaluation?

- Kommunikation: Wofür nutzen wir die Ergebnisse? Wollen wir unsere Wirkung nur für internes Lernen nutzen, oder auch für unsere Geldgeber und Begünstigten?


Ziele formulieren:

- Zielformulierung: Was ist eigentlich unser Impact und wo wollen wir hin?

- Zielgruppen: Mit wem arbeiten wir, und wen beeinflussen wir durch unsere Arbeit? Wer von diesen Zielgruppen ist so wichtig, dass wir sie in unserer Wirkungsmesung nicht vergessen dürfen?

- Entwicklung der Wirkungskette: Wie sind Ziele und Aktivitäten unserer Arbeit mit einander verbunden?

- Ziele und Indikatoren formulieren: Was genau wollen wir erreichen, und wie überprüfen wir dieses Ziel möglichst genau? Je nach Methodik sind qualitative und/oder quantitative Indikatoren besser geeignet.

- Zeiträume zur Datensammlung festlegen: Sammle ich Daten vor und nach meinem Projekt, quartalsweise oder laufend?


Datensammeln und analysieren

- Datensammlung der Zielsetzung anpassen

- Zeitraum der Datensammelphase festlegen und: los geht’s!

- Analyse der Daten: Haben wir unsere Ziele erreicht? Wo weichen die Daten von unseren Zielsetzungen ab, und warum? Was ist gut gelaufen, und was nicht?

- Erstellen eines Reportings, je nach Zielsetzung


Lernen und kommunizieren

- Kommunikation und ehrliche Diskussion der Ergebnisse im Team, mit Vorgesetzen und anderen Beteiligten

- Kommunikation des Reportings, je nach Zielsetzung

- Formulieren von “Lessons Learned”, eventuell Anpassung von Strategie,  Projekten und Zielen.

- Planung der nächsten Wirkungsmessung, um neue Strategie, Projekte, Ziele auf Wirksamkeit zu überprüfen

Standards und Methoden

Es gibt verschiedene Standards und Methoden. Dazu gehört der Social Return on Investment (SROI), eine Erweiterung der klassischen finanziellen Bewertung der Rendite eines Unternehmens um positive und negative soziale Aspekte. In Deutschland wird der Social Reporting Standard mittlerweile häufiger genutzt; das ist ein Standard für Berichterstattung von Social Businesses und Nonprofit-Organisationen, der auch gesellschaftliche Wirkung mit einbezieht. Unternehmen nutzen international immer öfter das LBG Framework, eine Methode zur Berichterstattung von Aktivitäten und Investitionen in Communities. Viele Stiftungen und Unternehmen entwickeln aber auch ihre ganz eigenen Methoden, die zu ihren Zielen und Anforderungen passen.

Drei hilfreiche Quellen

1. Phineo bietet das Kursbuch Wirkung als kostenlosen Leitfaden zur Wirkungsorientierung an. In unregelmäßigen Abständen bietet die Organisation auch kostenlose Webinare an.

2. Die Social Reporting Initiative, die den Social Reporting Standard entwickelt hat, bietet eine Vorlage einen wirkungsorientierten Jahresbericht an – die erweiterte Version der Berichterstattung zur Wirkung. Die SRI bietet auch kostengünstige Seminare in Berlin oder München an. Für alle, die woanders wohnen, gibt es auch eine Telefonberatung.

3. Hintergrundinformationen um Social Return on Investment gibt es beim Centrum für soziale Investitonen und Innovationen der Universität Heidelberg (CSI).

Fazit

Wer sich fragt, was die eigene Arbeit in der Welt verändert, und wie man sie noch wirkungsvoller gestalten kann, profitiert von Wirkungsmessung. Man braucht Verlässlichkeit, Durchhaltevermögen und muss auch kritische Ergebnisse ernst nehmen. Dann lohnt sich der Zeiteinsatz. Dann bringt Wirkungsmessung richtig viel: Erkenntnisse, mit denen man seine Arbeit verbessern kann, Motivation, die Welt noch besser zu machen und gestärkter Zusammenhalt im Team und mit Förderern.