Awesome Foundation

Das ist so Awesome! Diese Stiftung fördert coole Ideen sofort mit 1.000 Euro. Und breitet sich schnell aus.

„Awesomeness im Universum zu verbreiten“ ist die Mission der Awesome Foundation. Um dieses Ziel zu erreichen schließen sich jeweils zehn Menschen (Micro-Trustees) in einer Stadt zusammen und zahlen monatlich 100 US-Dollar in einen Fördertopf ein. Anschließend werden Menschen mit wilden und sozialen Ideen oder Projekten dazu aufgerufen, sich um das Geld zu bewerben. Das Team, welches die meisten Mitglieder „awesome“ (großartig) finden, bekommt die 1.000 US-Dollar überreicht – und zwar möglichst unfeierlich in einer braunen Papiertüte.

Diese unkomplizierte Förderung ist das Markenzeichen der Awesome Foundation. Sowohl der Auswahlprozess als auch die Teilnahmebedingungen sind so schlank wie möglich: Kandidaten bewerben sich online mit einer Kurzdarstellung der Idee, anschließend wählen die Micro-Trustees ebenfalls online ihre Lieblings-Projekte aus. Im Berliner Chapter bekommen die drei bestbewertesten Projekte noch mal die Chance, sich persönlich bei einem gemeinsamen Essen vorzustellen. Anschließend wird dann endgültig abgestimmt. Über die Verwendung ihres Preisgeldes müssen die Gewinner später keine Rechenschaft ablegen. Dadurch sollen kreative, sinnvolle, oder einfach nur spektakuläre oder poetische Projekte ins Leben gerufen werden – jenseits der bürokratischen Strukturen herkömmlicher Projektförderung. So konnten beispielsweise Beton-Safaris in East Harlem, Zahnhygiene-Programme in Ulan Bator oder interaktive Kunstprojekte finanziert werden. Ein weiteres Projekt, Float, baute mit den 1.000 US-Dollar Drachen mit Luftsensoren, die ihre Farbe je nach der Luftqualität veränderten und Anwohner auf subtile Weise an das Thema Umweltverschmutzung heranführten.

2009 von ein paar Freunden in Boston als Experiment in Guerilla-Funding gegründet, hat die Awesome Foundation einen Nerv getroffen – mittlerweile gibt es schon 60 Chapter, also Ableger, in zwölf Ländern. Prinzipiell kann jeder ein eigenes Chapter gründen, also die Awesome Foundation vervielfältigen und erhält somit Zugang zum Herzstück der Organisation, zur Awesome-Plattform. Dort gehen alle Bewerbungen für Projekte oder Chapter-Neugründungen ein und werden bewertet, natürlich kann man auch mit allen Awesome-Mitgliedern kommunizieren, die Arbeit der Chapter transparent einsehen und die Aktionen des jeweiligen regionalen Chapters dezentral organisieren. Außer der Bereitstellung der digitalen Infrastruktur ist der Kontakt zwischen der Zentrale in Boston und den lokalen Chapters auf der ganzen Welt meist nur sporadisch. Auf diese Weise kann die Awesome Foundation beliebig skalieren.

Neben dieser simplen Organisations-Struktur und der inspirierenden Grundidee, trägt auch die humorvolle Kommunikation der Awesome Foundation dazu bei, dass sie immer populärer wird. Denn: Awesomeness inspiriert, ist einfach zu verstehen und ermöglicht es jedem mit 100 Euro (oder Dollar) und ein paar Klicks mitzumachen. Menschen, die sich noch nie gemeinnützig und sozial engagiert haben, finanzieren plötzlich soziale oder kulturelle Projekte. Und im Gegensatz zum meist hierarchisch aufgebauten, etablierten öffentlichen Förderwesen, stellt die Awesome Foundation Peer-to-Peer Verbindungen her – das ist einfach so awesome, dass eine Reihe ehemaliger Gewinner später selbst Trustee wurde.

Die meisten Chapter-Gründer haben übrigens von der Awesome Foundation durch ihre sozialen Netzwerke oder über Online-Medien gehört. Auch für die Bewerbung der Awesome-Idee spielt das Internet eine zentrale Rolle; so verbreitet das Berliner Chapter, dessen Trustees vor allem aus dem digitalen Sektor kommen, die Awesome-Idee über die eigenen Blogs und sozialen Netzwerke.

Hier wird das Awesome-Prinzip auf einem TED-Talk vorgestellt:

http://www.awesomefoundation.org

http://www.awesomefoundation.org

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