My Life as a Refugee

Storytelling auf die harte Tour: Wie die UNHCR versucht, über ein Spiel Bewusstsein für die Schicksale von Flüchtlingen zu schaffen.

Du hast 20 Sekunden Zeit zu entscheiden, ob du deinen Sohn vor Kampfhandlungen in Sicherheit bringst oder zurückgehst, um nach deiner Tochter und Mutter zu suchen. Was tust du? Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) will in einer kostenlosen App spielerisch zeigen, dass Entscheidungen von Flüchtlingen oftmals Entscheidungen über Leben und Tod sind. In dem Spiel “My Life as a Refugee” werden Nutzer aufgefordert, einen von drei Charakteren mit entsprechender Historie zu wählen und in konkreten Situationen schnell konkrete Entscheidungen zu treffen.

Welchem Schmuggler kann ich trauen? Soll ich in der Stadt Arbeit suchen oder mich im
Flüchtlingslager offiziell registrieren? Welche Konsequenzen hat mein Handeln? Die Szenarien und Schicksale sollen dabei sinnbildlich für die vieler Millionen Flüchtlinge stehen. Es geht hierbei also um eine Bewusstseinsschärfung über Emotionalisierung. Einen Anspruch auf mehr kann die App auch nicht haben. Die Szenarien sollen aufrütteln, wirken aber streckenweise starr und konstruiert. Zwar werden im Spiel kurze Hintergrundinfos eingebaut, der Bildungsauftrag kommt jedoch zu kurz. Fazit: “My Life as a Refugee” will das Richtige, greift jedoch in der Umsetzung zu kurz.

Für die App gab es seit 2012 kein Update mehr. Die Website des Projektes ist offline.

Digitale Flüchtlingshilfe

Wie Technologien Flüchtlingen das Leben und Helfern die Arbeit erleichtert.

Zum Trend
Alle Trends