© flickr / SGT Terysa M. King

Peek

Ein einfaches Kit erleichtert Sehbehandlung in den entlegensten Regionen Afrikas.

"80 Prozent der weltweiten Erblindungen werden durch Krankheiten ausgelöst, die bei frühzeitiger Diagnose vermeidbar oder behandelbar sind. Dr. Andrew Bastawrous von der Londoner Schule für Hygiene und Tropenmedizin zog es in die entlegenen Regionen Kenias um dort ein Netzwerk mobiler Krankenhäuser aufzubauen. Ziel war es, die Behandlungsmöglichkeiten für Augenpatienten in dieser Region zu erforschen und zu verbessern: Wieso hat das ländliche Kenia eine der höchsten Fallzahlen für Blindheit weltweit? Inwieweit beeinträchtigen Kosten, Aufwand und Empfindlichkeit von Equipment den Erfolg von Augenuntersuchungen und -behandlungen? Das Ergebnis seiner Untersuchungen, so sagt er: “Es muss eine einfachere Methode her!”.

Daher entwickelte er mit drei befreundeten Medizinern, einem Hardware Designer und einem Software Entwickler die smartphone-basierte Lösung Peek. Peek, was soviel wie tragbare Augenuntersuchungs-Ausrüstung bedeutet (engl. portable eye examination kit), ist die Kombination einer App mit einem 5 Dollar Aufsatz, wodurch die Diagnose von Sehbehinderungen ermöglicht wird. Zum Aufspüren von grauem und grünem Star oder Makula-Degeneration und diabetischer Retinopathie wird ein in einem 3D-Drucker produzierter, schwarzer Plastik Adapter auf das Smartphone gesteckt. Zusammen mit dem eingebauten Blitz kann dann ein Retina-Scan durchgeführt werden, der mit der Diagnostik einer 25.000 Dollar teuren Kamera in einer Augenarztpraxis vergleichbar ist. Um auch Augenuntersuchungen in abseits-gelegenen Landstrichen mit schlechter Infrastruktur durchführen zu können, wurde die Ausrüstung außerdem durch einen Solarstromrucksack zum Laden des Smartphones ergänzt.

Nach einer ausgiebigen Testphase mit 2.500 Teilnehmern stand fest, dass das einfache und kostengünstige Konzept gleichartige Ergebnisse liefert, wie extrem teure und in keinster Weise zu transportierende Krankenhausgeräte. Für nur 500 Dollar bietet das Kit verschiedene Diagnosen von Augenkrankheiten: Neben dem Retina-Scan und dem Hochladen der Daten für eine Ferndiagnose durch Mediziner, kann Sehgenauigkeit, Sehfeld, Farbsehen und Kontrastempfindlichkeit durch die Außendienstler überprüft werden. Informationen über den Standort ermöglichen eine bessere Patientenidentifikation und generieren zusätzliche Daten für die Koordination von augengesundheitsfördernden Maßnahmen durch NGOs oder regionale Gesundheitsbehörden. Zusätzliche soziale Information, wie die Namen des Dorfältesten oder Gemeindevorstehers, erleichtern eine spätere Nachverfolgung der Patienten zusätzlich.
Diesen Case haben wir im Social Tech Guide entdeckt. Übersetzt aus dem Englischen hat ihn freundlicherweise unser Zeitspender Michael Reinartz."

peekvision.org

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Über Mobilfunk werden zunehmend Gesundheitsdienstleistungen in abgelegenen Gebieten abgewickelt.

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